2019 September

„Ist die aus Schokolade?“

Nein, aber Schokoladenschallplatten gibt es auch. Haben wir auch im Museum.
Sogar abspielen kann man sie. Und wenn man die Aufnahme irgendwann nicht mehr mag,
ist die Entsorgung durch Vernaschen einfach und lecker.
Die für das hier gezeigte Gerät entwickelte Schallplatte ist jedoch kein Naschi sondern etwas ganz Besonderes:
30 cm Durchmesser, beidseitig mit jeweils 10 Minuten Speicherkapazität wiederbespielbar.
In den glatten unmodulierten Rillen wird der Ton elektromagnetisch aufgezeichnet
und kann auch wieder gelöscht werden – wie bei einem Tonbandgerät.
Eingesetzt wurde dieses System in Diktiergeräten, etwa in Anwaltskanzleien, Arztpraxen etc.
Frequenzbereich: bis ca. 5 kHz, also ähnlich wie beim alten analogen Telefon. Fürs Diktat reicht das vollkommen.
Dieses ca. 8 kg schwere Gerät der Firma Assmann in robustem Vollmetallgehäuse mit reichhaltig Zubehör,
mehreren „Astromag“-Platten und einschließlich der Bedienungsanleitung aus den frühen 60er Jahren
ist noch uneingeschränkt funktionsfähig.
Herzlichen Dank an den Herrn Doktor aus Heikendorf,
der dieses Gerät freundlicherweise unserem Museum zur Verfügung gestellt hat!

(tp)