Juni 2020

nur ´ne Nadel?…

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, als die damals aktuellen Schellackplatten
auf rein mechanisch betriebenen Geräten, den Grammophonen abgespielt wurden,
hatte die Abtastnadel hohe und ganz besondere Anforderungen zu erfüllen:
sie musste auf der unter ihr rotierenden Schallplatte die Rillenauslenkungen
über eine Membran in den Schalltrichter weiterleiten, damit diese in hörbare Töne umgewandelt wurden.
Neben der recht hohen Geschwindigkeit von 78 Umdrehungen pro Minute
war hierfür ein Auflagegewicht von rund 150 Gramm nötig.
Dies hatte einen recht hohen Verschleiß zur Folge, weswegen die Nadel
nach Abspielen einer Plattenseite gegen eine neue ausgetauscht werden musste,
anderenfalls hätte es sonst den frühen Ruin der Schellackplatte bedeutet.
Somit waren die Grammophon-Nadeln quasi ein High-Tech-Massenprodukt,
welche in großer Anzahl benötigt und zu damaliger Zeit in Papiertütchen,
aber auch in liebevoll gestalteten Metalldosen verkauft wurden.

Der Autor Horst-Dieter Linz zeigt in seinem Bildband „Gammophon Nadeldosen“ über 4.000 Exemplare
und gibt einen interessanten Überblick zur Geschichte der Grammophonnadeln.
Das Buch ist im Handel erhältlich, natürlich aber auch in unserem Museum für Sie einsehbar.
Voraussichtlich ab dem 28. Juni 2020 haben wir wieder für Sie geöffnet,
selbstverständlich unter Beachtung der coronabedingten Richtlinien.

(tp)