September 2020

Ach wie süß !

Es handelt sich tatsächlich um eine Schokoladenschallplatte, in diesem Fall eine 17-cm-Single, 78 g Masse, bestehend aus mindestens 70 % Kakao, Rohrohrzucker und Musik. Unter bestimmten Voraussetzungen ist sie mehrfach abspielbar: möglichst Lagerung im Kühlschrank vor dem Abspielen, denn aus verständlichem Grund sollte die Schallplatte nicht zu warm sein. Geschwindigkeit wie bei nahezu jeder Single 45 Umdrehungen pro Minute und Einstellung des Tonabnehmergewichts auf einen minimalen Wert, so dass die Nadel fast schwebend gerade eben die rotierende Platte berührt. Hier ist ein wenig Ausprobieren angesagt. Das Ergebnis ist dann die Wiedergabe des Musikstücks in erstaunlich guter Qualität – wir haben es ausprobiert auf einem unserer Plattenspieler mit einem Ortofon-Concorde System. Und die Nadel leidet auch nicht unter dem ungewöhnlichen Plattenmaterial, sie sollte nur nach dem Abspielen mit einer Nadelbürste kurz gereinigt werden.

Diesen Schokoladenversuch haben wir in größerem Kreis bereits in der Vorcoronazeit in unserem Museum durchgeführt. Da Trude Herr keine Schokolade wollte, haben wir – das anwesende Museumsteam – die Platte nach dem Abspielen geteilt, vernascht und ihr einstimmig das Prädikat „besonders schmackhaft“ erteilt.
Interessenten, die es selber ausprobieren möchten oder ein außergewöhnliches Geschenk für den Schallplattenfan suchen, werden schnell im Internet fündig.
Oder besser: besuchen Sie uns einfach im Museum. Wir verraten Ihnen gern, wo es diese Spezialnaschies gibt.

(tp)