Exponat des Monats

„Mastertape“

In der Pionierzeit der Schallplatte wurden die akustischen Darbietungen der Künstler direkt über einen Schalltrichter in eine rotierende Wachsplatte „geschrieben“, aus der dann auf galvanischem Wege die Pressmatrizen für die Schallplatten hergestellt wurden. Jeder Titel war also ein „Direktschnitt“,
einmal verspielt oder versungen bedeutete „alles noch einmal ganz von vorne“.
Mit der Entwicklung der Magnetbandtechnik in den 1930er Jahren ergab sich nun die geniale Möglichkeit
eines bearbeitbaren Zwischenspeichers: das Mastertape.
Ob mit diesem Begriff nun die erfolgreiche Einspielung einer Musiksession auf Band
oder die geschnittene und tontechnisch bearbeitete Endversion zur Herstellung von LP, MC oder CD gemeint ist,
lassen wir hier einmal dahingestellt.
Auf dem Foto sind einige Beispiele zu sehen:
vom 16-Spur / 2-Zoll-Band mit 50,8 mm Magnetbandbreite und einem Gewicht von 4,1 kg
eines der Mammuts seiner Gattung,
weiter über ein 1/4-Zoll-Tonband auf einem freitragenden AEG-Wickelkern (Bobby)
– in diesem Fall Master für eine 17-cm-Single-Produktion –
bis hin zur DAT-Kassette (Digital Audio Tape),
die mit 22 Gramm das Fliegengewicht der „Production Master“ in Magnetbandform darstellt.
Aktuelle Einspielungen bedienen sich als Master digitaler Computerfiles,
gespeichert beispielsweise auf CD oder auf Festplatte.


Lassen Sie sich mitnehmen auf eine Reise durch die Pionierzeit der Tonaufzeichnung.
Nicht nur Schellack, Vinyl und Plattenspieler finden Sie in unserem Museum,
auch Tonbandgeräte, Digital-Audio-Tape (DAT), CD- und MiniDisc-Recorder,
Tefifon, TED-Bildplatte, Laserdisc und vieles andere mehr.
Das meiste können wir Ihnen zur Zeit in unserem Museum im Jungfernstieg aus Platzgründen nicht zeigen.
Aber freuen Sie sich auf unseren Umzug ins Kesselhaus.
Sie werden staunen, was wir dann alles für Sie in der Ausstellung haben werden…

Im nächsten Monat werden wir Ihnen auch wieder eine besondere Rarität vorstellen.
Schauen Sie gerne wieder rein.