Exponat des Monats


Schallplatte im Bauch

Zu Beginn der 1970er Jahre statteten einige Hersteller von Spielzeugpuppen diese mit Schallplattenlaufwerken aus.
So konnten sich Susi, Gabi und Bärbel mit ihren Puppenmüttern unterhalten, ihnen sogar ein kurzes Lied vorsingen.
Technisch gesehen handelt es sich genau genommen um recht einfach aufgebaute Grammophone mit Batterieantrieb:
eine beidseits bespielte Schallplatte mit knapp 6 Zentimeter Durchmesser
rotiert riemengetrieben auf einem Kunststoffplattenteller.
Mit einem Pitch Control lässt sich sogar die Rotationsgeschwindigkeit der Platte in Grenzen anpassen,
so dass die Puppe ihren Text oder ihr Lied von „langsam mit tiefer Stimme“ bis hin zu „schnell und piepsig“ vorträgt.
Eine Stahlnadel tastet die relativ breite und in Tiefenschrift produzierte Rille ab
und überträgt die Schwingung der Nadel direkt, also ohne elektrischen Verstärker,
auf eine parallel zur Schallplatte liegende Lautsprechermembran – ähnlich wie beim Edison´schen Phonographen.
Eine Lautstärkeregelung ist somit nicht möglich. Insbesondere die Verringerung der Lautstärke
hätte sich so manches nicht mitspielende Familienmitglied seinerzeit gewünscht.

Kaum eine der Sprechpuppen ist heute noch voll funktionsfähig,
sei es durch zu häufiges Bespielen der ohnehin sehr empfindlichen Konstruktion,
oder weil der eher technikinteressierte große Bruder einen wenig professionell durchgeführten chirurgischen Eingriff zwecks Erforschung der Sprechfunktion an der Puppe vorgenommen hatte.

Lassen Sie sich mitnehmen auf eine Reise durch die Pionierzeit der Tonaufzeichnung.
Nicht nur Schellack, Vinyl und Plattenspieler finden Sie in unserem Museum,
auch Tonbandgeräte, Digital-Audio-Tape (DAT), CD- und MiniDisc-Recorder,
Tefifon, TED-Bildplatte, Laserdisc und vieles andere mehr.
Das meiste können wir Ihnen zur Zeit in unserem Museum im Jungfernstieg aus Platzgründen nicht zeigen.
Aber freuen Sie sich auf unseren Umzug ins Kesselhaus.
Sie werden staunen, was wir dann alles für Sie in der Ausstellung haben werden…

Im nächsten Monat werden wir Ihnen auch wieder eine besondere Rarität vorstellen.
Schauen Sie gerne wieder rein.