Exponat des Monats

„Tefifon? Kenne ich nicht!“

das hören wir von rund 80 % unserer Museumsbesucher, wenn sie bei uns eines unserer Tefifone sehen.
Tatsächlich fristeten diese Geräte in der Zeit ihrer Blüte 1950 bis 1965 ein Nischendasein,
obwohl die Technik, die dahintersteckt, überaus anspruchsvoll ist.
Das Tefifon versuchte sich in der ausklingenden Aera der Schellackplatten (die es klanglich deutlich übertraf)
und den Anfängen des Vinyls (an das es klanglich sehr dicht herankam) zu etablieren.
Es handelt sich um Abspielgeräte für elektromechanische Tonträger auf einem Endlos-Kunststoffband,
eingebettet in eine Kassette. Diese wurden in zwei Größen mit einer bzw. vier Stunden Spielzeit angeboten.
Auf dem Kunststoffband ist ähnlich wie bei einer Schallplatte eine spiralförmige Rille aufgebracht,
welche wie bei einem Plattenspieler mit einem Kristalltonabnehmer abgetastet wird.
Gerne genutzt wurden diese Geräte aufgrund ihrer langen Spielzeit
unter anderem in Gaststätten für den musikalischen Hintergrund.
Neben den recht hohen Verschleißerscheinungen der Tonträger durch Dehnung beim Abspielen
und dem sehr komplizierten und aufwendigen Herstellungsprozess war ein weiterer Grund
für den ausbleibenden Erfolg dieser Technik die Tatsache, dass die Firma Tefi
nahezu keine bekannten Künstler für ihre Aufnahmen verpflichten konnte,
da diese in den meisten Fällen bereits bei Schallplattenfirmen unter Vertrag standen.
1965 wurde die Produktion in Köln-Porz eingestellt,
das Neckermann-Versandhaus übernahm die Namensrechte und den Verkauf der vorhandenen Restbestände.

Tatsächlich handelt es sich also um ein Hybrid aus Schallplatte und Tonbandkassette.
Mit einem Magnetband hat die Tefi-Kassette allerdings nichts zu tun.

Im nächsten Monat zeigen wir Ihnen hier quasi das Gegenteil, ein Hybrid aus Magnetaufzeichnung und Platte.
Seien Sie gespannt!


Lassen Sie sich mitnehmen auf eine Reise durch die Pionierzeit der Tonaufzeichnung.
Nicht nur Schellack, Vinyl und Plattenspieler finden Sie in unserem Museum,
auch Tonbandgeräte, Digital-Audio-Tape (DAT), CD- und MiniDisc-Recorder,
Tefifon, TED-Bildplatte, Laserdisc und vieles andere mehr.
Das meiste können wir Ihnen zur Zeit in unserem Museum im Jungfernstieg aus Platzgründen nicht zeigen.
Aber freuen Sie sich auf unseren Umzug ins Kesselhaus.
Sie werden staunen, was wir dann alles für Sie in der Ausstellung haben werden…