Februar 2021

3 Abbey Road, St. John´s Wood, City of Westminster, London

Als die Beatles im Sommer 1969 ihr elftes und letztes Studioalbum aufnahmen, lautete der Arbeitstitel noch „Everest“ – in Anspielung auf die Zigarettenmarke ihres kettenrauchenden Toningenieurs Geoff Emerick. Sie mochten das Bild auf der Schachtel. Ursprünglich war geplant, ins Himalaya zu fliegen und Fotos für das Plattencover mit dem Mount Everest im Hintergrund aufzunehmen.

Am 8. August 1969 war es sehr heiß in London, die Fab Four waren längst nicht mehr die besten Freunde, die Zeit wurde knapp und das Album sollte endlich fertig werden. Sie hatten unter diesen Bedingungen einfach keine Lust mehr, den weiten Weg nach Nepal nur für ein paar Fotos in der Kälte auf sich zu nehmen. Und so kamen sie auf die Idee, das Album nach der Straße zu benennen, in der sich das legendäre Aufnahmestudio der Electric and Musical Industries Ltd, kurz „EMI“ befand. Paul rief den Fotografen Iain MacMillan an, der um 11 Uhr 35 mit seiner Hasselblad von einer Trittleiter aus das Foto der Beatles im Gänsemarsch auf dem Zebrastreifen schoss. Das Ganze war dann in nur wenigen Minuten erledigt.

Das ikonische Coverfoto ohne Titel der LP und ohne den Namen der Band wurde weltberühmt. Ebenso der pastellweiße 67er-Käfer am linken Straßenrand, quasi der fünfte „Beetle“, der sich inzwischen im ZeitHaus der Autostadt in Wolfsburg befindet. Damaliger Besitzer war übrigens John Lennon.

Unfreiwillig berühmt wurde auch Paul Cole, der Herr auf dem Bürgersteig rechts neben dem schwarzen Polizeiauto. Er wartete dort auf seine Frau und beobachtete das Fotoshooting. Dass er sich später auf Millionen von weltweit verkauften Plattencovern der Beatles wiederfinden sollte, hätte er sich gewiss nicht träumen lassen.

Weltberühmt nicht zuletzt auch der legendäre Zebrastreifen, auf dem sich täglich Touristen tummeln und die Beatles-Szene nachstellen. Eine LIVE-WebCam zeigt rund um die Uhr das aktuelle Geschehen.

Mittlerweile steht der Zebrastreifen ebenso wie die „Abbey Road Studios“ unter Denkmalschutz. Die pandemiebedingt leeren Straßen nutzte man, um ihn am 24. März 2020 mit weißer Farbe zu renovieren.

Haben Sie jetzt Lust auf mehr bekommen? Dann notieren Sie sich den 26. August 2021. An diesem Tag nämlich, so jedenfalls der Plan, kommt der Dokumentarfilm „The Beatles – Get Back“ von Peter Jackson mit restauriertem und teilweise noch nie gezeigtem Bild- und Tonmaterial in die Kinos.

Und besuchen Sie uns in der post-Corona-Zeit im Deutschen Schallplattenmuseum. Auch wenn die Beatles ihre Hits nicht bei der TELDEC veröffentlicht haben, so können wir Ihnen noch mehr von John, Paul, George und Ringo zeigen und erzählen.

Bis hoffentlich bald, bleiben Sie gesund!

(tp)