Januar 2021

Beam me up, Scotty!

Als Mitte der 1960er Jahre Commander Cliff Allister McLane im Kampfstand des schnellen Raumkreuzers Orion an einer Vielzahl von Hebeln und Schaltern den Rücksturz zur Erde einleitete, hatte dies auf die meisten Fernsehzuschauer die Wirkung, faszinierende Technik, Macht und Abenteuer zu erleben.
Ähnlich verhielt es sich später auf dem Raumschiff Enterprise, wenn Scotty souverän die vielen kryptischen Schieberegler bediente, um seine Besatzungskollegen in molekülgenauer Teleportation von A nach B zu beamen.

Möglicherweise entstand damit in Deutschland der Trend, dem Design von HiFi-Geräten einen Hauch von „Kommandozentrale“ und „Profitechnik“ beizumischen: eine Vielzahl von Schaltern und leuchtenden Anzeigen sollten die Attraktivität der Geräte steigern, Flachbahnregler ersetzten in Anlehnung an die Studiotechnik die Drehknöpfe. Es kam damals die Bezeichnung „Steuergerät“ als Zentrum einer HiFi-Anlage mit Anschlussmöglichkeit von Plattenspieler und Tonbandgerät auf.

Ein Repräsentant dieser doch recht kurzlebigen Designphase ist der ELAC 1000T ELECTRONIC, der 1972 bis 1977 in Kiel hergestellt wurde und zum Preis von rund 750 DM in die Fachgeschäfte gelangte.

ELAC high fidelity QUADROSOUND 1000T ELECTRONIC

In den darauffolgenden Jahren etablierten sich zunehmend japanische Hersteller auf dem europäischen HiFi-Markt, die diesen Designtrend nicht mitgemacht hatten. Viele der deutschen Traditionsunternehmen verschwanden, einige blieben erfolgreich am Markt.

So auch die in Kiel ansässige Firma ELAC, die weltweit im Bereich Lautsprecherbau großes Ansehen genießt und seit 2016 auch wieder hochwertige Schallplattenspieler herstellt.

(tp)