November 2021

Exponat des Monates

von „The Alan Parsons Project“.

Das Cover wurde wie das vieler anderer Alben auch von der britischen Grafikdesignagentur Hipgnosis entworfen. Zu sehen sind hinter dem stilisierten Roboterkopf Rolltreppen im Flughafengebäude Paris-Charles-de-Gaulle.

I ROBOT

Nachdem Mitte der 1970er Jahre Bands wie „Emerson, Lake & Palmer“, „Pink Floyd“ und „Supertramp“ ihre ganz großen Erfolgsalben bereits veröffentlicht hatten, bescherten der gelernte Tontechniker Alan Parsons und der Musiker und Produzent Eric Woolfson mit ihrem „Alan Parsons Project“ eine willkommene Fortsetzung anspruchsvoller Progressive-Rock-Produktionen. Alle seit 1975 entstandenen APP-Werke waren sogenannte Konzeptalben zu einem definierten Thema.

Nach dem 1976 erschienenen Debütalbum „Tales Of Mystery And Imagination“ mit Bezug zu Texten von Edgar Allan Poe erschien ein Jahr später deren zweiter Longplayer „I ROBOT“. Die Geschichtensammlung des Sci-Fi-Autors Isaac Asimov „Ich, der Robot“ („I, Robot“) gehörte wie E.A. Poe zu Woolfsons literarischen Favoriten. Da Asimov 10 Jahre zuvor die Rechte an der Verfilmung und allen damit in Zusammenhang stehenden Musikaufnahmen an eine Produktionsfirma abgetreten hatte, durfte das zweite Album keinen direkten Bezug auf den Inhalt des Romans haben. So handeln die Songtitel und Texte ganz allgemein von Robotern. Und im Titel der LP wurde ganz einfach das Komma weggelassen.

Auch wenn „The Voice“, der erste Titel der zweiten Vinylseite sehr an den nur zwei Jahre zuvor von der Soul-Gruppe „The Temptations“ interpretierten Soul-Klassiker „Papa Was A Rollin´ Stone“ erinnert stammen alle Titel aus der Feder von Alan Parsons und Eric Woolfson – außer „Total Eclipse“, dieser wurde von Andrew Powell geschrieben.

Aufgenommen wurde die LP in den berühmten Abbey-Road-Studios 2 und 3 in London, in denen Alan Parsons bereits zuvor als Tontechniker tätig war. Er mischte hier unter anderem die beiden letzten Beatles-LPs sowie „The Dark Side Of The Moon“ von Pink Floyd ab.

Das bemerkenswert aufwendig produzierte „I ROBOT“ wie auch alle anderen Alan-Parsons-Project-Alben wurden seinerzeit nie live aufgeführt. Der viel zu große technische Aufwand machte dies unmöglich. Heute ist dies jedoch dank der Digitaltechnik anders. So konnte man beispielsweise Alan Parsons im September 2015 auf der Freilichtbühne der Krusenkoppel in Kiel erleben – leider ohne Eric Woolfson, er verstarb 2009 im Alter von 64 Jahren an einem Nierenkarzinom.

Unterm Strich bleibt als zentrale Kernaussage des Werkes, in englischer Sprache auf der Innenseite des Gatefold-Covers abgedruckt und frei von mir übersetzt: I ROBOT… die Geschichte vom Aufstieg der Maschine und dem Niedergang des Menschen, die paradoxerweise mit seiner Entdeckung des Rades zusammenfiel. Und eine Warnung, dass die kurze Vorherrschaft des Menschen auf diesem Planeten möglicherweise enden wird, weil er versucht, Roboter – versehen mit künstlicher Intelligenz – nach seinem Ebenbild zu erschaffen.

Eric Woolfson bezeichnete das Album seinerzeit als “A view of tomorrow through the eyes of today”.

Die hier vorgestellte und von Haus aus ohnehin schon perfekt abgemischte Schallplatte erschien 1977 als „Original Master Recording“ auf dem Label MFSL in einer wunderbaren Soundqualität. Hergestellt wurde sie von „Mobile Fidelity Sound Lab“, einer in Kalifornien ansässigen Firma, die sich auf die Veröffentlichung von Neuauflagen audiophiler Klassiker spezialisiert hat. Viele Jahre später hat MFSL sich dann noch einmal an die Arbeit gemacht: „I ROBOT“ erschien im April 2016 als Doppel-LP (2 x 180 g) mit 45 UpM.

(tp)

 

Steckbrief des Tonträgers:

The Alan Parsons Project / „I ROBOT“

Genre: Artrock
Label: MFSL unter ARISTA-Lizenz
Erscheinungsjahr: 1977
Tonträger: 1 LP, 110 g,
Gatefold-Cover
Laufzeit: 41:02
Herstellungsland: Japan

 

 

 

 

  • A1 I Robot
  • A2 I Wouldn´ t Want To Be Like You
  • A3 Some Other Time
  • A4 Breakdown
  • A5 Don´ t Let It Show

  • B1 The Voice
  • B2 Nucleus
  • B3 Day After Day (The Show Must Go On)
  • B4 Total Eclipse
  • B5 Genesis Ch.I. V.32