September 2022

Exponat des Monates

Udo Lindenberg feat. Jan Delay

Die Maxisingle

In den 1920er und 1930er Jahren begannen sich Schlager zu etablieren, deren Länge technisch bedingt auf ca. 3 Minuten limitiert war. Dies stellte die maximale Laufzeit einer Seite des seinerzeit aktuellen Tonträgers „Schellackplatte“ dar: 25 cm im Durchmesser, Abspielgeschwindigkeit 78 Umdrehungen pro Minute (UpM).

Mit Einführung der Vinylschallplatten um 1950 ergaben sich aufgrund verbesserter technischer Möglichkeiten eine deutlich längere Spieldauer und eine wesentlich bessere Klangqualität. Die 30-cm-Langspielplatte mit 33 UpM bot seinerzeit pro Plattenseite rund 20 Minuten Spieldauer.

Nachfolgerin der Schellackplatte wurde dann die im Durchmesser rund 17 cm große sogenannte Single, auf der sich pro Plattenseite wieder nur ein einziger mit 45 UpM abspielbarer Titel befindet – auf der A-Seite meistens der Nummer-1-Hit des korrespondierenden LP-Albums.

Mitte der 1970er Jahre wurde dann ein weiteres Format eingeführt: die Maxisingle, eine 30 cm Vinylschallplatte, abspielbar meist mit 45 UpM. Vorteil ist die Aufnahmemöglichkeit von Titeln deutlich länger als 3 Minuten. Vor allem jedoch führten die breitere Rille und die höhere Abspielgeschwindigkeit zu einem deutlich besseren Dynamikumfang und damit zu einer weiteren Verbesserung der Wiedergabequalität.

Inhaltlich wurden die Maxisingles gerne für Varianten bekannter Titel genutzt, beispielsweise sogenannte Extended Versions, Disco-, Radio- und Remixe, Instrumentalfassungen, LIVE-Aufnahmen etc.

Übrigens gibt es auch unter den CDs Maxisingles, geliefert in sogenannten Slimcases, welche nur halb so stark sind wie die ansonsten meist üblichen Kunststoffverpackungen (Jewelcases). Technisch jedoch stellt sich keinerlei Unterschied zur langspielenden CD dar.

                                                                                                                                                                      tp